Ein Curriculum (Plural: Curricula) bezeichnet die systematische, zielorientierte Planung und Strukturierung von Lehrinhalten, Lehrmethoden und Prüfungsformen innerhalb eines Studiengangs oder Weiterbildungsprogramms. Im Unterschied zum individuellen Lebenslauf, der eine persönliche Bildungs- und Berufshistorie dokumentiert, beschreibt das Curriculum die institutionell festgelegte Lernarchitektur für eine definierte Zielgruppe.
In ingenieur- und naturwissenschaftlichen Disziplinen umfasst ein Curriculum die Festlegung von Lernzielen (fachlich, methodisch, überfachlich), die Sequenzierung von Modulen (z.B. Mathematik, Physik, Werkstoffkunde, Simulation, Laborpraktika) sowie die Definition von Kompetenzniveaus, die nach Abschluss erreicht sein müssen. Zentrale Elemente sind die Abstimmung von Grundlagen- und Vertiefungsfächern, die Integration experimenteller und digitaler Methoden sowie die Berücksichtigung aktueller Forschungsentwicklungen und Normen.
Wissenschaftlich fundierte Curricula folgen häufig einem Outcome-based-Education-Ansatz: Zunächst werden angestrebte Lernergebnisse (Learning Outcomes) operationalisiert, darauf aufbauend Inhalte, Didaktik und Prüfungsformate abgeleitet und schließlich mittels Qualitätssicherung (Evaluation, Akkreditierung, Benchmarking) überprüft und kontinuierlich angepasst. In forschungsstarken Bereichen wie der Werkstofftechnik ist zudem die systematische Verzahnung von Lehrveranstaltungen mit laufenden Forschungsprojekten und Infrastruktur (Laboratorien, Großgeräte) ein wesentliches Qualitätsmerkmal des Curriculums.
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