
Junior EUROMAT feiert demnächst seinen 6. Geburtstag. Seit 1992 findet die Veranstaltung alle zwei Jahre auf dem Universitätscampus in Lausanne statt, in diesem Jahr vom 2. bis 5. September. Die DGM wird sie wieder im Namen der FEMS durchführen, und die EPFL sowie die Université de Lausanne werden sie dabei logistisch unterstützen.
Die in diesem Jahr eingereichten 385 wissenschaftlichen Beiträge aus 29 Ländern stellen erneut einen Rekord dar und beweisen eindrücklich die Attraktivität der internationalen Veranstaltung, die in besonderem Maße für Studenten und Doktoranden konzipiert ist. Deren Forschungsergebnisse mögen in diesem frühen Stadium noch nicht unbedingt international präsentabel sein. Darum geht es bei Junior EUROMAT a priori nicht, auch wenn die Tagung nach dem Vorbild der großen Kongresse selbstverständlich eine wissenschaftliche Struktur hat. Es geht vielmehr um die Einübung internationaler Kommunikation. Die Sachthemen dienen als Übungswiese.
Junior EUROMAT bietet jungen Menschen die Gelegenheit, sich vor internationalem Publikum zu präsentieren, und zwar vor einem in fachlicher und sprachlicher Hinsicht sehr heterogenen Publikum. In diesem Jahr wird eine neue Präsentationsform erprobt. Sämtliche Beiträge werden vorgetragen, es gibt also keine Unterscheidung zwischen Vorträgen und Postern. Die Vortragszeit ist dafür auf lediglich zwei bis drei Minuten begrenzt. Anschließend finden sich die Vortragenden der jeweiligen Session an ihrem Poster wieder, um besonders Interessierten weitere Einzelheiten zu erläutern.
Ein weiterer wichtiger Aspekt von Junior EUROMAT sind die Präsentationen von Industrievertretern aus ganz unterschiedlichen Branchen und Hierarchieebenen. Dadurch können Studierende frühzeitig erfahren, was sie als Werkstoffingenieurinnen und Werkstoffingenieure in den verschiedenen Tätigkeitsbereichen unseres Fachs erwartet. In den ersten Jahren war diese Situation stark von der Nachfrage der Studierenden geprägt, die sich von Gesprächen mit Industrievertretern konkrete Berufsaussichten versprachen. Diese Situation hat sich etwa seit 1998 vollständig umgekehrt. Zumindest in Westeuropa gibt es immer weniger Studierende in den technischen Fächern, während die Industrie händeringend nach jungen Ingenieurinnen und Ingenieuren sucht.
Dies zeigte sich im Jahr 2000 in einem stark überproportionalen Anteil von Studierenden aus Zentral- und Osteuropa. In diesem Jahr nehmen die westeuropäischen Studierendenanteile wieder zu. Auch für dieses Szenario stellt Junior EUROMAT ein wichtiges Forum der Begegnung dar.
Das vorläufige wissenschaftliche Programm ist vollständig im Internet veröffentlicht, was für diese Zielgruppe mehr als selbstverständlich ist: www.junior-euromat.fems.org. Auch die Anmeldung erfolgt ausschließlich über das Internet.
Ihr
Peter Paul Schepp
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