Ruhr-Universität Bochum
Cistophoren sind Silbermünzen die zwischen etwa 150 vor bis 150 nach Christus in Umlauf waren. Die Münzen bestehen aus einer Silberlegierung mit etwas Kupfer. Die Herstellung umfasste das Gießen von Schrötlingen, die dann mit Hilfe von Stempeln geprägt wurden. Es wurden von 18 Münzen Querschliffe hergestellt, deren Gefüge mit Hilfe der Lichtmikroskopie, der analytischen Rasterelektronenmikroskopie und der Computertomographie untersucht wurden. Feine Dendriten weisen auf eine schnelle Erstarrung der Schrötlinge hin. Die Verteilung der Legierungselemente wurde mit Hilfe von EDX im Rasterelektronenmikroskop untersucht. Es zeigte sich, dass der Silbergehalt der Münzen in weiten Bereichen schwankte (77 bis 97 Gewichtsprozent Ag). Auch wurden ganz unterschiedliche Gefügebereiche auch innerhalb einzelner Münzen beobachtet. Bemerkenswert ist das Vorhandensein von mm-großen artgleichen Zusätzen im Oberflächenbereich der Münzen, die man gut vom Grundwerkstoff im Inneren der Münzen unterscheiden kann. Es liegt die Vermutung nahe, dass diese Kapseln keine Fehler der Schrötlinge darstellen, sondern gezielt zu untergewichtigen Schrötlingen zugegeben wurden, um den Gewichtsstandard zu halten. Der Beitrag konzentriert sich auf die metallographischen Ergebnisse der Untersuchung, die im Rahmen eines von der Fritz Thyssen Stiftung geförderten archäologischen Projektes durchgeführt wurden. Historische Zusammenhänge werden kurz angesprochen.
Abstract
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