Die Abkürzungen ed (editor) und eds (editors) kennzeichnen in wissenschaftlichen Zitierweisen die Rolle von Herausgebern eines Werkes. In den Materialwissenschaften und der Werkstofftechnik tritt dies typischerweise bei Sammelwerken (z.B. Konferenzbänden, Handbüchern, Themenbänden) und Loseblatt- oder Referenzwerken auf, in denen einzelne Kapitel von unterschiedlichen Autoren stammen, die Gesamtstruktur jedoch von einem oder mehreren Herausgebern verantwortet wird.
Herausgeber sind im bibliografischen Sinne für die inhaltliche und formale Kuratierung zuständig: Auswahl der Beiträge, Einwerben von Autoren, Organisation des Peer-Review-Prozesses, Sicherstellung thematischer Kohärenz sowie Konsistenz von Terminologie, Symbolik und Datendarstellung. Insbesondere in experimentell ausgerichteten Disziplinen wie der Werkstofftechnik umfasst dies häufig auch Mindestanforderungen an Reproduzierbarkeit, Datenqualität und Normenkonformität (z.B. Bezug auf ISO-, ASTM- oder DIN-Normen).
In Zitationen wird die Herausgeberschaft meist explizit kenntlich gemacht, etwa als „Müller, H. (ed.)“ oder „Schmidt, A.; Weber, L. (eds)“. Dies unterscheidet Herausgeber eindeutig von Autoren. Während Autoren für die originäre wissenschaftliche Leistung eines Kapitels oder Artikels stehen, wird Herausgebern primär die wissenschaftliche und redaktionelle Verantwortung für das Gesamtwerk zugeschrieben.
Für die bibliometrische Bewertung und Nachverfolgbarkeit von Literatur in der Materialforschung ist die korrekte Kennzeichnung von ed/eds wesentlich, da sie Einfluss auf Autorschaftsanalysen, Zitierstatistiken und die Zuschreibung von Expertise innerhalb spezifischer Themenfelder (z.B. Hochtemperaturwerkstoffe, Funktionswerkstoffe, Additive Fertigung) hat.
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