
„Dieses Jahr war ein erfolgreiches, ein aufregendes Jahr für die Geschäftsstelle. Die neue Blüte hat uns zugegebenermaßen ziemlich überrascht.“ Mit dieser Feststellung hatte ich das Dezembereditorial des Jahres 1999 begonnen. Auch das Jahr 2003 war ein erfolgreiches, ein aufregendes, es war vor allem ein sehr arbeitsreiches Jahr, das uns den größten Umsatz der Geschichte bescherte. Aber können wir von einer neuen Blüte reden?
Das verlustreiche Jahr 2002 steckte uns noch in den Knochen, als wir das anspruchsvolle Programm dieses Jahres vor uns sahen. Denn wie in den Vorjahren waren es vor allem die Veranstaltungen, die unsere Arbeit wesentlich bestimmten und die ja nicht nur zu unseren wesentlichen satzungsgemäßen Aufgaben gehören, sondern auch von Ihnen, meine Damen und Herren Mitglieder, als Forum sehr geschätzt werden.
Die Vorbereitung zu drei internationalen Großveranstaltungen hatten schon im Vorjahr begonnen: Die „Ti“, wie die Welt-Titantagung im Jargon der Titanszene kurz heißt, die auf eine über 30-jährige Geschichte zurückblicken kann, fand im Juli in Hamburg statt. Ein international besetztes Gremium hatte nach 1984 die Ausrichtung dieser wichtigen Statustagung zum zweiten Mal der DGM übertragen. Mit über 700 Teilnehmern war die Ti-2003 die zweitgrößte ihrer Geschichte.
Längst haben sich zu den klassischen Titananwendern aus der Luft- und Raumfahrt und dem Chemieanlagenbau alte und neue Nischenbranchen gesellt bzw. sind auf dem besten Wege, erwachsen zu werden: Medizintechnik, Automobilindustrie, Sport- und Freizeitprodukte. Aber ob klassisch oder Nische, die Themen der Titantagung waren der DGM-Gemeinde sehr vertraut.
Die Themen der Euromat 2003 hingegen, die die DGM im Namen der FEMS Anfang September zusammen mit der französischen und schweizerischen FEMS-Mitgliedsgesellschaft in Lausanne ausrichtete, kündeten von einem erweiterten Verständnis der Materialwissenschaften: Nanotechnologie, Biomimetik und Biowerkstoffe nahmen einen breiten Raum ein und zogen überdurchschnittlich viele, nämlich über 1300 Teilnehmer an, darunter 230 Studenten. Der andere große Themenbereich betraf Umwandlung und Charakterisierung. Die Attraktivität dieser Themen bei den jungen Leuten ist eine neue Entwicklung. Aber auch von etablierten Kreisen wurde die Euromat 2003 sehr positiv bewertet, ein Grund mehr, warum uns die FEMS angeboten hat, auch die Euromat 2005 und 2007 auszurichten.
Mit der internationalen Magnesium-Tagung im November waren wir wieder näher bei den klassischen DGM-Themen. Mit 400 Teilnehmern aus 33 Ländern war auch diese Tagungsserie ausgesprochen erfolgreich. Auch hier fanden wir bestätigt, dass unser breites internationales Engagement uns als Veranstalter sehr attraktiv macht.
Nicht minder erfolgreich waren in diesem Jahr auch die deutschsprachigen Veranstaltungen: Die Verbundwerkstofftagung in Wien mit 250 Teilnehmern und die Metallographietagung in Berlin mit 350 Teilnehmern waren herausragende Vertreter ihrer Serie. Dazu kamen 22 gut ausgelastete Fortbildungsveranstaltungen zu den verschiedensten Themen. Wir sind den Damen und Herren Ehrenamtlichen in den Programmausschüssen und den Referenten für ihr Engagement überaus dankbar.
Aber bedeutete 2003 nun auch eine wirtschaftliche Blüte? Es geht uns hier nicht anders als vermutlich den meisten unserer Mitglieder und Kunden: Wir haben uns sehr anstrengen müssen, um in 2003 ein akzeptables Ergebnis zu erzielen. 2004 soll angeblich einfacher werden. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen ein gesundes und erfolgreiches Neues Jahr.
Peter Paul Schepp
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