Management in der Werkstoff- und Prozessentwicklung

Management in der Werkstoffwissenschaft umfasst die systematische Planung, Steuerung und Überwachung von Ressourcen, Informationen und Prozessen entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Materialien. Es bildet die organisatorische und informationelle Infrastruktur, um Forschung, Entwicklung, Produktion, Charakterisierung und Entsorgung werkstoffbezogen effizient und qualitätsgesichert zu verzahnen.

Zentrale Teilbereiche sind u. a. das Abfallmanagement (z. B. Handhabung gefährlicher Reststoffe), das Produktlebenszyklus-Management (PLM, Nachverfolgung von Werkstoffen von der Synthese bis zum End-of-Life), die Datenverwaltung (Labor‑, Prozess‑ und Simulationsdaten, FAIR-Prinzipien), sowie die Laborinventarverwaltung (Chemikalien, Proben, Referenzmaterialien). Hinzu kommen Energiemanagement und Lastmanagement, etwa zur Optimierung energieintensiver Wärmebehandlungs- und Beschichtungsprozesse.

Digitales Management gewinnt zunehmend an Bedeutung: Digitales Objektmanagement und Digitale Abstractverwaltung unterstützen die eindeutige Identifikation von Proben, Versuchskampagnen und Publikationen. Aufgaben- und Materialmanagement koordinieren Versuchsplanung, Beschaffung und Rückverfolgbarkeit von Chargen. In integrierten Umgebungen werden diese Aspekte mit PLM-, ERP- und Laborinformationssystemen (LIMS/ELN) gekoppelt.

Für wissenschaftliche Einrichtungen ist Management kein rein administrativer Zusatz, sondern eine Voraussetzung für Reproduzierbarkeit, Skalierbarkeit, regulatorische Compliance (z. B. REACH, ISO-Normen) und für die Nutzung datengetriebener Methoden wie Machine Learning in der Werkstoffentwicklung.

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