Legierungstypen und ihre Klassifikation

Der Begriff Legierungstyp beschreibt die systematische Einteilung von Legierungen nach chemischer Zusammensetzung, Phasenaufbau, Mikrostruktur oder funktionaler Eigenschaft. Diese Typisierung ist grundlegend für das Verständnis des Struktur‑Eigenschafts‑Zusammenhangs und für die werkstofftechnische Auslegung.

Zusammensetzungsbasierte Typen: Häufig erfolgt eine Einteilung nach Hauptlegierungselementen, etwa Fe‑, Al‑, Cu‑, Ni‑ oder Ti‑Legierungen. Innerhalb dieser Gruppen werden weitere Typen nach dominanten Legierungselementen unterschieden (z.B. Al‑Cu‑, Al‑Mg‑ oder Ni‑Cr‑Legierungen). Diese Nomenklatur korreliert mit charakteristischen Phasenfeldern im Zustandsdiagramm.

Phasen- und mikrostrukturbasierte Typen: Legierungen werden beispielsweise als Substitutions- oder Einlagerungsmischkristalle, intermetallische Verbindungen oder Mehrphasenlegierungen klassifiziert. Weitere wichtige Legierungstypen sind austenitische, ferritische, martensitische und duplexe Stähle, Ausscheidungshärtungs‑Legierungen oder amorphe (metallic glass) Legierungen. Die Typisierung reflektiert hier das dominierende Härtungs‑ und Verfestigungsprinzip.

Funktionsbasierte Typen: Eine praxisnahe Klassifikation orientiert sich an der Zielanwendung, etwa Strukturlegierungen mit hoher Festigkeit, Hochtemperatur‑Legierungen (Superlegierungen), korrosionsbeständige Legierungen, Formgedächtnislegierungen oder biomimetische Implantatlegierungen. Diese Einteilung verbindet Werkstoffdesign mit mechanischen, chemischen und funktionalen Anforderungen.

In der Forschung werden Legierungstypen zunehmend auch datengetrieben definiert, etwa als high‑entropy oder compositionally complex alloys. Eine präzise und konsistente Verwendung des Legierungstyp‑Begriffs ist essenziell, um experimentelle Ergebnisse, Simulationsdaten und Normen eindeutig zuzuordnen.

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